Nach langem Nachdenken habe ich mich nun entschieden meine Rede zur Beerdigung meiner Tante online zu stellen.
Es hat mich viel Kraft gekostet sie zu halten- und doch fühlte ich mich danach befreit von einer ungemeinen Last.
” Ich bin nicht tot, ich tausche nur die Räume.
Ich leb in euch und geh durch eure Träume.”
(Michelangelo)
Sie ist weg und verlässt mich, sie ist weg und verlässt und. Uns alle.
Wir müssen mit der Trauer leben.
Mit dem Schmerz. Mit dem Verlassenwerden.
Sie nimmt den einfach Weg. – Und doch dachte ich immer- selbst wenn man vor einer Mauer steht
geht es noch nach links und nach rechts.
Es gibt kein Ende.
Sie hinterlässt Trauer und Leere, und Schmerz.
Sie ist weg hallt es nur in meinem Kopf, immer und immer wieder.
Weg. Und sie kommt nicht mehr zurück.
Sie hinterlässt ein Loch, das niemand füllen kann. Niemals.
Grußlos verlässt sie diese Welt. Und die Tränen laufen.
Ich schreie, weil ich das Gefühl habe es zerreist mich. So schmerzhaft. So qualvoll.
Mein Herz brennt.
Ich will das nicht ertragen.
Meine Gedanken schreiben sich wie von selbst.
Unverständnis und Fragen kommen auf.
Wer hat den Fehler begangen, war ich es selbst?
Ein weiterer Fehler? Oder sie?
Oder war es das Beste für sie selbst? Weil sie nicht mehr weiter wollte?
Oder konnte? Oder beides?
Du kannst doch nicht gehn, will ich zu ihr sagen.
Doch sie hört mich nicht mehr.
Ihr Ohren sind taub. Es ist ihr egal.
Gleichgültig. Wie ihr eigenes Leben. Es interessiert sie nicht.
Noch eine Träne. Noch eine Träne.
Für dich. Nur für dich.
Die Sonne ist jetzt gewiss ein Stückchen heller. Weil du bei ihr bist.7
Du hast dich falsch entschieden.
Weil Fehler da sind um aus ihnen zu lernen, um stärker zu werden.
Doch du bist umgefallen und wolltest dich nicht auffangen lassen.
Bist einfach gefallen als gerade einmal niemand hingesehen hat.
Und jetzt bist du weg.
Und niemand kann dich zurückbringen.
Nur die Liebe bleibt, und die Erinnerung.
Und die Trauer. Und die Tränen tropfen auf meine kalten Hände. Auf deine kalt Hand.
Weil du weg bist. weg. weg. weg.
Und wie soll ich jetzt weitermachen?
Wichtig ist jetzt nur, dass das Leben niemals endet, sondern sich einfach nur verändert.
Für immer in meinem Herzen. Auch wenn ich es nicht glauben kann was du mir angetan hast.
Was du dir angetan hast.
Eigentlich lebe ich immer nach dem Motto alles hat einen Sinn.
Und alles ist irgendwie vorherbestimmt.
Doch wobei liegt hierin der Sinn?
Ich verstehe ihn nicht.
Vielleicht weil meine Augen voller Tränen sind.
Du hast einen Teil meines Herzens mitgenommen.
Und ich muss es einfach nur akzeptieren.
Akzeptieren was ich nicht verstehe.
Verstehen müssen was unverständlich ist. Weil es deine Entscheidung war.
Und wir müssen weiterleben mit dem Schmerz, mit dem Verlust. Damit klarkommen.
Verarbeiten und überwindern.
Wenn ich doch endlich aus diesem bösen Alptraum erwachsen könnte.
Ein heller Stern mehr leuchtet nun in der Nacht.
Wir werden dich niemals vergessen.
Denn die Erinnerung verblasst niemals.
Nicht bei dir. Und irgendwann werden wir uns hoffentlich wiedersehen.
Ich liebe dich- und glaub mir, aus Liebe verzeiht man.
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